Dienstag, August 09, 2005

So, jetzt bin ich also ein Jahr älter und nach dem aufregenden Wochenende, fühle ich mich auch so...am Besten ich fange von vorn an.

Rechts Doris und ihre Tocher Ximena

Ich hatte mir vorgenommen für meine lieben Kinderchen in der Schule einen Kuchen zu backen und das auch in die Tat umgesetzt. Mit tatkräftiger Hilfe von Doris, unserer Angestellten, und ihrer netten Tochter Ximena stand ich also Donnerstagnachmittag in der Küche und habe Teig geknetet. Ich muss sagen, das Resultat war sehr befriedigend und ich kann einigermaßen Stolz auf meine Backkünste sein ;-)


Aber was war eigentlich für das Wochenende geplant - also Gastmama und Gastbrüder sind schon seit ein paar Tagen am Meer, genauer gesagt in Esmeraldas. Dort befindet sich eine kleines Häuschen und wenn man einen Schritt vom Eingang weg macht steckt man quasi mit der Nase im Sand. Jedenfalls sollte ich am Freitag mit dem Bus dort hinfahren. Normalerweise dauert die Reise 6 Stunden und kostet sage und schreibe 8$.

meine Schäfchen vom Englisch Institut

Nun war ich also Freitagvormittag in der Schule und hatte vorsorglich meinen Schülern mitgeteilt, dass ich Kuchen mitbringe, da ich Geburtstag habe :-) Kurz vor der Mittagspause holte mich dann eine Angestellte aus dem Raum, damit ich irgendwas ausfüllen muss. Das kam
mir im wahrsten Sinne des Wortes etwas spanisch vor, da ich so was sonst nie machen muss. Als ich zurück ins Zimmer kam, war die Überraschung groß. Alles war geschmückt, die Tafel bemalt, der Tisch gedeckt, mein Kuchen stand auch da und dazu eine 24 als Kerze. Ein Geschenk gab es obendrein ein T-Shirt und eine Tasse aus Ecuador. Ich hab mich riesig
gefreut - sehr liebenswert meine Schüler.

Und auf der Tafel stand geschrieben: Por ser tan lindo, especial y el mejor profesor y amigo que hemos tenido. Atentamente, sus amigos


Nach der Schule bin ich gleich zum Bus geflitzt, da dieser planmäßiger 13:30 Uhr starten sollte. Na ja, losgefahren sind wir dann 14:30 Uhr aber das hat mich nicht weiter gewundert, ich bin ja schließlich in Südamerika. Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass hier die Uhren anders ticken ;-)

Aber es sollte noch "besser" kommen. Die Sache war nämlich die, und das wusste ich vorher, dass der Bus nicht die normale Strecke nehmen konnte. Zurzeit gibt es ein Dorf, das im Streik ist und daher gleich mal alle Durchfahrtsmöglichkeiten sperrt. Man stelle sich das mal vor, jeglicher Verkehr nach Esmeraldas muss einen Umweg von 2 Stunden machen, nur weil ein Haufen Aufständiger irgendwas will von der Regierung.

Das Dumme war nur, dass der Busfahrer wahrscheinlich besonders schlau sein wollte und eine Abkürzung durch den Urwald nahm. Solang es hell war, war es landschaftlich alles ganz nett anzuschauen, nur hat man sich gefühlt wie auf einem Schiff mit starkem Seegang. Wir sind also ein paar Stunden durch die Schlaglöscher gehüpft, und das nicht gerade langsam. Es wurde langsam auch dunkel und wir ließen die Zivilisation hinter uns. Ab und zu kam uns ein Auto oder LKW entgegen, aber Häuser waren weit und breit keine mehr zu sehen.

Die nächste Überraschung sollte nicht lang auf sich warten. Plötzlich war die Schotterpiste zu Ende und wir standen vor einem Seeufer. Wir waren allerdings nicht die einzigen, noch ein paar Autos und LKWs teilten das gleiche Schicksal. Glücklicherweise gab es eine "Fähre", eine schwimmfähige Holzkonstruktion, welche uns samt Bus über den See transportieren sollte. Nach einer weiteren Stunde Verzögerung ging es dann also aufs Wasser und mit trockenen Füßen kamen wir am anderen Ende des Sees an, puhhh, wäre das auch überstanden.

Das schlimmste hatte ich dann hinter mir. Irgendwann kamen wir dann wieder auf asphaltierte Straßen, was die Reise bis zum Ziel wesentlich angenehmer machte.

Gastmama Ana Marie hat mich dann von der Busstation abgeholt und gegen 23 Uhr bin ich dann endlich im Strandhaus angekommen. Es gab dann noch ein kleines Geburtstagsessen, ein bisschen Kuchen und dann ging’s ab ins Bett. (Ich habe also meinen Geburtstag ohne Schläge auf den Hintern überstanden ;-))

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich verzichte nur ungern auf die Bilder wie man dich ins neue Lebensjahr schickt. Dass man bei den Ausländern aber immer auch eine Ausnahme machen muss :-) Das holen wir dan hier nach.