Die Stunde des Abschieds ist gekommen. Heute Nachmittag 17 Uhr werde ich Richtung Deutschland abheben. Ich mag gar nicht dran denken ans Tschüss sagen zu Mariechen am Flughafen...
Ich wollte noch kurz erwähnen, was diese Woche in Bogotá so los war. Ich hatte vorher schon mal was die Verkehrsmittel geschrieben, denn die standen am Dienstag und Mittwoch im Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Es gibt den städtischen Transmilenio. Das ist ein modernes Bussystem mit eigener Fahrspur und die Haltestellen zeigen an, wann der nächste Bus kommt. Man könnte sagen, wie eine S-Bahn ohne Schienen. Dann gibt es viele kleine private Busunternehmen, welche von der Stadt Lizenzen für bestimmte Fahrstrecken erhalten. Diese Busse sind weniger modern, manche sogar so alt, dass sie eigentlich auf den Schrott gehören. Es gibt keine Haltestellen, man steht an der Straße, wartet und winkt wenn der richtige Bus mit überhöhter Geschwindigkeit an einem vorbei düst.
Die Stadt baut sukzessive das System des Transmilenios aus, und das kommt der starken Luftverschmutzung und dem Verkehr sehr zu Gute. Im Zuge dieser Erweiterung werden viele kleine Buslinien entfernt, was demnächst geschehen soll. Und deswegen haben am Dienstag und Mittwoch alle privaten Busunternehmen gestreikt. Sie wollen natürlich nicht ihre Lizenzen verlieren.
Da diese Unternehmen einen Großteil der Personenbeförderung übernehmen, war die Situation in Bogotá am Dienstag und Mittwoch sehr schwierig. Jeder der kein Auto hatte, musste mit dem Taxi auf Arbeit fahren. Es gibt zwar sehr viele Taxis, trotzdem was es teilweise unmöglich an diesem Tag eins zubekommen. Fahrverbote, die alle Autos an bestimmten Tagen der Woche haben wurden aufgehoben. So war früh und Nachmittag fast kein durchkommen durch die Stadt. Mariechen hat von ihrem Krankenhaus bis nach Hause fast drei Stunden im Taxi gesessen.
Der Parkplatz von Siemens war völlig überfüllt und so wurde der Fußballplatz als Erweiterung genommen. Alle die kein Auto hatten, durften schon 16 Uhr nach Hause gehen (oder es zumindest versuchen). Der Rest durfte sich 17 Uhr in den Stau begeben. Glücklicherweise hatte ich an beiden Tagen nette Kollegen, die mich mit ihrem Auto mitgenommen haben, und da ich in der Nähe wohne, bin ich im Vergleich zu anderen relativ fix angekommen.

Da muss man schon drängeln um in den Bus zu kommen
Alternative Tranportmittel mussten gefunden werden





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