Sonntag, März 26, 2006


Clara, Lena und ich


Sonntag, 26. März


Ein kurzer Bericht soll über die aktuelle Lage im südlichen Teil des amerikanischen Kontinents Aufschluss geben.

Letztes Wochenende war ich mit Carlos zum „Bergsteigen“. Und zwar gibt im Norden von Bogotá die Bergkirche Monserrate, die ich schon von meinem Besuch im September letzten Jahres kannte. Damals sind wir ganz gemütlich mit der Bahn hochgefahren, diesmal sollte es zu Fuß den Berg hochgehen. Am Sonntagmorgen kurz nach sieben Uhr morgens ging es los und wenn man glaubt, dass wir um diese Uhrzeit die einzigen waren, dann hat man sich sehr getäuscht. Es ist hier wohl so eine Art Volkssport, so wie sich die Deutschen am Nachmittag in den Biergarten setzen, rennen die Kolumbianer frühmorgens den Berg hoch. Dabei ist von alt bis jung alles vertreten. Mit gemütlichem Hochlaufen und Pause machen haben wir genau eine Stunde gebraucht und 800 Höhenmeter überwunden. Der Weg bestand hauptsächlich aus Steinen und am Rand gab es etliche Verkaufsbuden mit Essen, Getränken und allerhand Krimskrams. Auf dem Gipfel gibt es nicht nur die Kirche sondern auch noch einen Markt, der zum größten Teil touristische Artikel zu bieten hat. Das alles hat natürlich auch einen religiösen Hintergrund, denn Kolumbianer sind fast alle sehr katholisch und nutzen diesen Aufstieg zur Kirche zum Teil als eine Art Gottesdienst.

vor dem Haus mit Nicolai, Baby und Rodrigo


Der folgende Montag war glücklicherweise Feiertag, so dass das Wochenende noch ein bisschen länger dauerte. Diesmal ging es mit Marias Familie mit dem Auto in das Umland von Bogotá. Wir haben zwei kleine Dörfer besucht und dort verschiedene Geschäfte angeschaut, die typische handgemachte Sachen verkauft haben, wie zum Beispiel Figuren und Schmuck.

kleiner Zwischenstop zum Almojabanas essen und Kumis trinken


Pferd und oben drauf Clara

Zum Mittagessen hielten wir dann bei einer Gaststätte mit Reiterhof, was natürlich Marias Nichte Clara sehr gefallen hat. Zufällig haben wir dort auch einen Deutschen aus Stuttgart getroffen, einen echten Schwaben also. Er lebt und arbeitet aber schon sechs Jahre in Barcelona und will nach eigenen Angaben „nie wieder nach Deutschland zurück“. Er hat uns erzählt, dass er neun Tage in Kolumbien Urlaub mache. Eigentlich relativ kurz in anbetracht der Tatsache das der Flug sehr teuer ist. Wir kamen dann zu dem Verdacht, dass er sich vielleicht eine Frau in Kolumbien gesucht hat, um die mit nach Spanien zu nehmen...wer weiß...

Baum im Dorf Tabio nahe Bogotá

Gut, dann wieder nicht ganz eine Woche arbeiten und schon war wieder Freitag. Gestern, am Samstag, war die Taufe von Lena, der kleine Nichte (sieben Monate) von Mariechen. Sie wurde natürlich katholisch getauft und obwohl ich mich ja nicht so auskenne, war die Zeremonie doch anders als man es in Deutschland erwarten würde. Es wurden an diesem Tag 22 Kinder gleichzeitig getauft (über Nachwuchs brauch sich die Kirche hier keine Sorgen machen) und entsprechend lebhaft ging es dort auch zu. Ich wurde zum Fotografieren eingeteilt und natürlich war ich nicht einzige, der Fotos machen wollte. Zum Teil sah das aus wie ein Haufen Paparazi, die ein Foto vom Papst machen wollten. Nachdem wir das auch lebend überstanden haben, ging ist zu Sekt, Kaffee und Kuchen nach Hause. Es waren etwa 20 Leute da und wie das nun mal so ist wollten alle natürlich das Baby mal anfassen tragen.

Mausita studiert Medizin

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