Sonntag, März 26, 2006

Recycling in Bogotá

Wie in den meisten südamerikanischen Ländern, gibt es auch in Kolumbien sehr viele arme Menschen. Letzte Woche haben mich Priscila und Carlos (das Ehepaar, mit denen ich zusammenwohne) mit dem Auto nach San Andresito genommen. In diesem Teil von Bogotá gibt es jede Menge Geschäfte, wo man alles und das günstig einkaufen kann. Wir sind dabei an dem ärmsten Viertel der Stadt vorbeigefahren. Dort sieht es wirklich aus wie man es von den Slums kennt – Holzhütten, Dreck und jede Menge Menschen, ziemlich schlimm. Hartz IV oder ähnliches gibt es hier nicht, also keine Arbeit = kein Geld.

Wie können sich diese Menschen dann ernähren? Zum einen durch Betteln oder durch verkaufen von Süßigkeiten und kleineren Artikeln auf der Straße. Ich muss allerdings sagen, dass dieser Straßenhandel und das Betteln, vor allem von Kindern, in Quito wesentlich ausgeprägter sind. Oft sieht man auch Menschen in Pferdekutschen!, die die Straßen durchqueren und Mülltonnen durchsuchen. Ich habe mich natürlich gefragt, ob sie nach Essen suchen oder nach anderen Sachen, die sie verkaufen könnten. Tatsächlich beitreiben sie Mülltrennung. Sie sammeln Papier, Glas und Plastik und verkaufen es in getrennter Form an eine Recyclingstelle. Priscila hat mich gefragt, ob es solche Leute in Deutschland auch gibt, ich habe ihr aber erzählt, dass der Müll bei uns meistens schon von vornherein getrennt wird. Das ist hier aber kaum vorstellbar, denn die Menschen sind hier leider sehr viel weniger umweltbewusst.

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